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HipHop History

Mar 27, 2006 by Stylefiasko
Vorgeschichte / Background

Die Geschichte der HipHop Kultur begann Anfang der 70er Jahre im Stadtteil Bronx, New York, genauer in der South Bronx.
Nachdem New Yorks Städteplaner in den 60er Jahren Maßnahmen ergriffen, wie z.B. den "CrossBronx-Expressway", eine vierspurige Autobahn mitten durch die Bronx, zu bauen, verkam die Bronx zu einem sozial nicht mehr intakten Viertel, in dem verlassene, verwahrloste Fabrikgebäude und heruntergekommene Mietkasernen das Erscheinungsbild der Bronx zeichneten. In jener Zeit versuchte jeder, der es sich finanziell leisten konnte, diesen Stadtteil zu verlassen. So kam es, dass vor allem Angehörige ethnischer Minderheiten, die ohnehin benachteiligt waren, weiterhin in dieser trostlosen Gegend wohnen mussten. Gerade unter den Jugendlichen entwickelte sich aus den herrschenden Umständen ein „trotziger Stolz“ auf ihren Lebensraum. Dieser wurde von Banden nach außen, also beispielsweise gegenüber der Polizei und nach innen, gegenüber Banden der benachbarten Blocks, in gewalttätiger Weise geschützt. So erlebten die Bandenkriege in dieser Zeit ihren grausamen Höhepunkt.
Für Jugendliche in der Bronx bot sich in jener trostlosen Situation keinerlei Perspektive für ihre Persönlichkeit oder ihre Zukunft. Nichteinmal ein Freizeitangebot, außer sich in Gangs (Banden) zusammenzuschließen, eröffnete sich. Selbst wenn ein Jugendlicher der Bronx versuchte in einen Club in Manhattan, trotz des für ihn meistens unbezahlbaren Eintrittspreises, zu kommen, wurde ihm auf Grund seiner Angehörigkeit einer ethnischen Minderheit der Eintritt verwehrt.
So entwickelte sich in der Bronx Anfang der 70er Jahre eine eigene Art Partys zu machen und sich selbst ein Freizeitangebot zu geben. Es fanden die ersten Blockpartys statt, die in alten Fabrikhallen oder in Parks abgehalten wurden und die Basis für das Entstehen der HipHop Kultur gaben.


VON DEN BLOCKPARTYS ZUR WELTWEITEN KULTURBEWEGUNG

Die Blockpartys in der Bronx wurden Anfang der 70er sehr spontan und mit geringen Mitteln organisiert. Als Location diente eine der zahlreichen leerstehenden alten Fabrikgebäude, ein Park oder ein verlassener Hinterhof. Ein DJ brachte seine Platten und sein Soundsystem mit, Strom holte man sich oft von der nächsten Straßenlaterne. Die dort gespielte Musik glich der, die in den Clubs in Manhattan gespielten sehr, Disco und Funk z.B. James Brown wurde gespielt. Ein DJ auf jenen Partys, den man bis heute den „Father of HipHop Culture“ nennt, stach besonders hervor: Es war DJ Kool Herc. Dieser brachte ein unglaublich lautes Soundsystem mit und war der erste der Breaks
innerhalb eines Musikstückes isolierte und mittels zweier Plattenspieler diese verlängerte, so dass die Partybesucher noch mehr tanzten.
Ein weiterer DJ, der wenig später hervortrat, war Afrika Bambaataa, den man den „Godfather of HipHop Culture“ nennt. Dieser machte sich auf den Blockpartys wegen seiner erstaunlich großen Plattensammlung einen Namen und nicht zuletzt wegen der von ihm initiierten Gründung einer Organisation namens „Zulu Nation“ im November 1973. Bambaataa war vor dieser Zeit ein führendes Mitglied der Black Spades, einer der grausamen Gangs aus der Bronx gewesen, bis er diese Grausamkeit erkannte und sie durch den Vorfall, dass sein bester Freund neben ihm auf der Strasse erschossen wurde, vor seinem Gewissen nicht mehr vertreten konnte. Er wollte eine Gruppe die Zusammenhalt und Schutz bieten kann, wie er es von den Gangs gewohnt war, dieses jedoch mit positiven Inhalten füllen. Er stellte Werte wie Drogen- und Gewaltfreiheit; Akzeptanz, Anerkennung und Respekt anderen gegenüber; negative Energie in positive umzuwandeln für die Zulu Nation auf und gab somit das ideologische Fundament der HipHop Kultur. Konflikte sollten fortan kreativ mit den Elementen der HipHop Kultur ausgefochten werden und die Gewalt zurückdrängen. Ferner war er derjenige, der die Elemente der Kultur, DJing, B-Boying, Writing und MCing zusammenschweißte, nachdem diese auf den Blockpartys aufeinander trafen.
So begann die HipHop Kultur die Negative und zerstörerische Energie jener Zeit in positive, kreative und aufbauende umzuwandeln. Es wurde in diesem Milieu möglich, friedliche Konfliktlösungen durch Kreativität, in sog. „Battles“, herbeizuführen und die Gewalt in der Bronx spürbar zurückzudrängen.
Die Kreativität wurde in den nun zusammengehörigen Elementen weiter und weiter gesteigert und die einzelnen Kreativbereiche wurden besser und ausgefeilter, jedoch blieb diese weitgehend in den Grenzen New Yorks. Erst 1979 wurden kommerziell ausgerichtete Produzenten auf HipHop aufmerksam und imitierten und klauten den Rap, der auf den Partys in der Bronx zu hören war. Das daraus entstandene Stück „Rapper’s Delight“ erfreute sich in der Öffentlichkeit größter Beliebtheit und eröffnete den Markt für HipHop, wodurch andere, ernstgemeintere Musikproduktionen folgen konnten. Eine solche war „The Message“ von Grandmaster Flash & The Furious Five im Jahre 1982. Wie der Name schon sagt war dieser Rap-Text eine „Nachricht“. Er machte auf die Umstände in der Bronx und auf Missstände in der Gesellschaft aufmerksam. So wurde der HipHop auch zu einem direkten Sprachrohr einer diskriminierten Minderheit.
Im Zuge dieser Kommerzialisierung von HipHop eröffneten sich aber auch neue Möglichkeiten: Es konnten Filme wie „Wildstyle“ oder „Beatstreet“ produziert werden und die das Lebensgefühl mit der HipHop Kultur wiedergaben und es konnten auch Welttouren von Gruppen veranstaltet werden, wie z.B. die der Rock Steady Crew, einer Breakdance Crew, und Afrika Bambaataa. So wurde 1984 schnell die HipHop Kultur mit HipHop-Musik im Radio, Wildstyle im Kino und der Rock Steady Crew und Bambaataa auf der Bühne und im Fernsehen um die ganze Welt verbreitet.
Überall fanden und finden sich bis heute Menschen, die die HipHop Kultur für sich entdeckten und bereit sind nach Hintergründen zu fragen und die HipHop Kultur zu verstehen und sie zu leben.

© Andreas Unverzagt, Stylefiasko e.V.

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