In der Jugendarbeit der heutigen Tage ist es nach wie vor ein wichtiges Element den Jugendlichen Werte wie Respekt und Gemeinschaft zu vermitteln und sie durch Kreativität, Verantwortung, Kritikfähigkeit und differenzierter Eigen- und Fremdwahrnehmung zu einem gesunden Selbstbewusstsein, sowie Selbstwert und zu einer positiven Lebensgestaltung zu bewegen.
Dies alles sind Anliegen, die die HipHop Kultur verfolgt und dazu Strategien und Herangehensweisen aus sich heraus entwickelte. Allein durch die Aktivität innerhalb dieser Kultur, beispielsweise durch das Ausführen eines der Kultur eigenen Elemente, kann die Ausbildung vieler o.g. Eigenschaften höchst effektiv gefördert werden. Eine spezielle, im HipHop sehr ausgebaute Strategie ist die friedliche Konfliktlösung durch kreative „Battles“. Ein Konflikt wird hierbei statt mit Gewalt durch das Ermitteln des besseren „Styles“ der Kontrahenten ausgetragen.
HipHop kann aber auch ganz konkret als Jugendarbeit fungieren. Dazu erscheint es sinnvoll immer ein äußerst niedrigschwelliges Konzept anzubieten, um Jugendliche, sofern sie sich nur sehr oberflächlich oder äußerst wenig für HipHop interessieren, an jenem Punkt „abzuholen“, an dem sie stehen; d.h. Konzepte müssen immer an den bereits vorhandenen Interessen anknüpfen. Diese können dann beispielsweise in einer sehr offen gehaltenen „HipHop-Gruppe“ langsam ausgebaut werden, in der das Ausprobieren der HipHop Elemente im Vordergrund steht und der lehrende Aspekt in den Hintergrund tritt, bzw. nur auf Anfrage hinzukommt und auch den Weg zu mehr offen lässt.
In Gruppen von Jugendlichen, die bereits mehr Interesse für HipHop und eigene Ansätze der Aktivität zeigen, könnten Angebote der Jugendarbeit im Bereich HipHop wesentlich zielorientierter ablaufen. Es kann hier die Kreativität der einzelnen gezielt gefördert werden, die Persönlichkeit in konkreten Aspekten gestärkt werden, und auch einfache Lebenshilfen gegeben werden. Diese Konzepte sind jeweils, trotz ihrer größtenteils freizeitorientierten Richtung nicht als „Vergnügungsprogramm“ zu sehen, sondern die Eigeninitiative und Mithilfe der Jugendlichen sollte stets mit einbezogen werden.
HipHop als Jugendarbeit kann, auch wenn diese sehr viele Jugendliche erreichen kann, nicht universell auf jeden Jugendlichen übertragen werden, weil die Affinität einer Person zu dieser Kultur sehr ungleich ausgebildet und auch oft mit Vorurteilen besetzt ist. Um so wichtiger ist es jedoch diese Art der Jugendarbeit mit den Gebieten zu verbinden, die eine wesentlich breitere Gruppe der Jugendlichen erfasst.
Äußerst sinnvoll jedoch erweist sich aber das Einsetzen der HipHop Kultur bei interkulturellen Gruppen. Wie sich aus dem geschichtlichen Hintergrund der Kultur unschwer erkennen lässt war HipHop schon immer ein Medium, welches verschiedene Kulturen hat zusammenkommen lassen. Nach dem Grundsatz „Es zählt nicht wer du bist, sondern was du machst“, der genau auf diesem Hintergrund zu verstehen ist, ist es möglich, Respekt und Akzeptanz anderen gegenüber zu fördern und eine Gemeinschaft durch HipHop zu manifestieren.
HipHop könnte so Jugendarbeit durch seine eigenen Aspekte verbessern und des Weiteren als eigenständige Richtung der Jugendarbeit Wesentliches in der Persönlichkeitsentwicklung eines jungen Menschen erreichen.
Jugendarbeit auf Basis der HipHop-Kultur
Mar 28, 2006 by StylefiaskoComments
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